Digitalisierung im Lieferantenmanagement

Nur mit dem richtigen Lieferanten kann man innovativ und flexibel die Herausforderungen des digitalen Wandels meistern. Fünf Maßnahmen mit denen Sie sich für die Partnerwahl 4.0 wappnen.

 Fast jedes Unternehmen spürt Auswirkungen der Digitalisierung oder ist bereits mitten in der Transformation. Dank künstlicher Intelligenz denken künftig Maschinen für den Menschen und lernen eigenständig zu kommunizieren und zu agieren. 

Vision der automatisierten Wertschöpfung

Die digitalisierte Vision für den Einkauf heißt: Vom Kunden ausgelöste Aufträge steuern sich selbstständig durch die gesamte Wertschöpfungskette - von der Bestellung des Rohmaterials, Auswahl des optimalen Lieferanten bis hin zur Auslieferung an den Kunden. 

Auch wenn die voll automatisierte Beschaffung noch Zukunftsmusik ist, die Zeiten von Excel-Tabellen und undurchsichtigen Lieferantenlisten sind angezählt. Stattdessen muss das Lieferantenmanagement intern oder mit Hilfe externer Einkaufsberater fit für die Zukunft gemacht werden. 

Fünf Maßnahmen, mit denen Sie Grundlagen für die Digitalisierung schaffen: 

1. Zukunftsvision definieren

Entscheidend ist neben der klassischen Auswahl, Bewertung und Erfolgsmessung des Lieferanten auch der Blick in die Zukunft. Dabei sollten folgende Fragen beantwortet werden:

  • Welche Entwicklungen erwartet mein Unternehmen? 
  • Welche Risiken und Chancen kommen auf uns zu? 
  • Welche Auswirkungen hat das auf bestehende und künftige Kooperationen – sowohl intern als auch extern? 

2. Neue Technologien kennen und prüfen 

Nicht jede neue Technologie – auch wenn sie fantastisch klingt – bringt den Einkauf voran. Aber jede sollte geprüft werden, ob sie einen strategischen Nutzen für das eigene Geschäftsmodell bringt. Die vier großen Trends sind:

  • Internet der Dinge – Cyber-Physische Systeme (CPS) verbinden digitale und physische Welt. Mit Hilfe von Sensoren oder Barcodes werden zahlreiche Informationen erfasst und Warenströme dirigiert.
  • Augmented Reality – Datenbrillen ermöglichen neue Interaktionen zwischen Mensch und Maschine in Echtzeit über weite Entfernungen.
  • Big Data – Sammelt und führt sämtliche relevanten Informationen in einem System zusammen und wertet diese aus.
  • Algorithmen – Aus der Datenmenge werden wiederkehrende Muster und Korrelationen erkannt, um daraus Vorhersagen abzuleiten.

3. Lieferantennetzwerk anpassen

Die Digitalisierung verändert bisherige eher statische Lieferantennetzwerke. Oft hatten Zulieferer einen festen Platz im Sourcing, was Vertrauen, Preis, Know-how und angepasste Fertigungsprozesse rechtfertigte. Industrie 4.0 erfordert eine höhere Flexibilität in der Beschaffung, die Aufgaben des Einkaufsmanagers werden komplexer. 

Neue Aufgaben sind:   

  • Veränderungen beim Zulieferer antizipieren 
  • Innovationen im Beschaffungsprozess fokussieren
  • Schnell und zuverlässig neue Warengruppen und Lieferanten aufbauen
  • Nicht mehr relevante Kooperationen professionell beenden

4. Supply-Chain wird „connected“

Wer die Potenziale der Digitalisierung heben will, kann das nicht alleine auf „seiner Insel“. Industrie 4.0 geht nur gemeinsam, basierend auf einem freien Informationsfluss. Lieferanten müssen künftig zusätzlich nach dem Willen und der Fähigkeit zur Vernetzung bewertet werden. Auch die Unternehmens-IT muss eine Struktur herstellen, die einen Austausch ermöglicht.

Damit sich die Akteure verbinden, ist Vertrauen notwendig. Sicherheitslücken, Datenmissbrauch oder Compliance-Verstöße eines Einzelnen können gravierende Auswirkungen auf das gesamte Netzwerk haben. Daher muss die Beschaffung entsprechende Mechanismen und Regelungen zum Schutz von Daten und des geistigen Eigentums entwickeln.

5. Datenbasis für Lieferantenauswahl schaffen

Informationen sind der Rohstoff für die digitale Transformation. Sie fallen reichlich an und werden oft ohne System gesammelt. Das Lieferantenmanagement muss aus der stetig steigenden Datenflut relevante Informationen rausfiltern und wertschöpfend nutzen. Noch fehlt vielen Einkaufsorganisationen ein flächendeckendes Wissen über bestehende und potenzielle Lieferanten und deren Geschäftsentwicklung. Auch agieren noch immer einige Beschaffungsorganisationen in zu vielen Informationssystemen.

Manchmal können selbst grundlegende Fragen wie, „bei welchen Lieferanten wurde in welchem Umfang zu welchem Preis geordert“, nur unvollständig beantwortet werden. Efficio hat mit eFlow eine Plattform geschaffen, die den gesamten Einkaufsprozess unterstützt. Ausgabenanalyse, Warengruppenplanung, E-Sourcing, Lieferanten-Lifecycle-Management und Performance-Management werden in einem System abgewickelt. Zugleich bietet eFlow Lieferanten und Klienten einen direkten Austausch von Dateien, Informationen und Daten.  

Fazit: Für die Hebung von Potenzialen in der digitalisierten Wirtschaft spielen Lieferanten künftig eine noch größere Rolle als bisher. Lieferantenbeziehungen werden stärker von Kooperationen geprägt sein, aber auch von kürzerer Dauer. Sauberes Abmanagen könnte stärker gefragt werden. Die Einkaufsberater von Efficio helfen dabei, das Lieferantenmanagement jetzt für einen erfolgreichen digitalen Wandel aufzustellen.

Für weitere Informationen, wie Efficio Ihr Unternehmen im Bereich Lieferantenmanagement unterstützen kann, klicken Sie bitte hier.

Über den Autor

Tim von der Decken Vice President

Einkauf 4.0 – Anforderungen an IT-Infrastruktur und Datensicherung
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Einkauf 4.0 – Anforderungen an IT-Infrastruktur und Datensicherung

Eine strategische Einkaufsberatung kann dabei helfen, den Herausforderungen der zunehmenden Digitalisierung im Einkauf 4.0 zu begegnen.

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