Lieferantenauswahl in unsicheren Zeiten

Geschäftsbeziehungen sind heute weniger stabil als noch vor einigen Jahren. Fünf Schritte für die richtige Partnerwahl bei ungewissen Aussichten.

Obwohl die Wirtschaft rund läuft, sind Skepsis und Zukunftsangst in den Chefetagen weit verbreitet: Zum einen stellt die Digitalisierung bisherige Geschäftsmodelle wie nie zuvor infrage, zum anderen sorgen unklare politische Verhältnisse für Unmut. Mehr denn je trägt die Wahl des richtigen Lieferanten zum Erfolg bei oder macht unglücklich. Was Sie bei der Anbahnung und Pflege von Geschäftsbeziehungen nun beachten sollten.

1. Stimmt das Risikomanagement? 

Kaum ein Einkäufer hat vor fünf Jahren einen britischen Lieferanten – abgesehen vom Währungsrisiko – anders als einen vergleichbaren EU-Partner eingestuft. Spätestens seit dem Brexit-Votum ist allen klar, dass langjährige Partnerschaften plötzlich und ungewollt ins Wanken geraten können. Und: Der technologische Wandel erhöht das strategische und operative Wettbewerbsrisiko in einem rasanten Tempo. Das hat Auswirkungen auf neue und bestehende Geschäftsbeziehungen. Ist Ihr Modell zur Risikoanalyse der Lieferanten noch zeitgemäß? 

Überprüfen Sie: 

  • Risikoidentifizierung: Werden meine Lieferantenrisiken richtig erfasst?
  • Risikomessung: Bilden die Indikatoren und die Gewichtung die aktuelle Situation ab?
  • Risikohandhabung: Wie werden Lieferantenrisiken vermieden oder minimiert?
  • Risikoüberwachung: Wie wird das Lieferantenrisiko im Beschaffungsprozess verankert?

2. Nutzen Sie Ihre Daten  

Die meisten Einkaufsabteilungen beziehen, sammeln und verwalten eine Flut von internen und externen Daten, die zur Lieferantenbewertung herangezogen werden können. Der Haken ist weniger ein Mangel an Informationen, als vielmehr die systematische Auswertung und Interpretation von Daten.

Lassen Sie eFlow die Arbeit machen

Der Brexit hat gezeigt, wie schnell langjährige Partnerschaften durch äußere Einflüsse ins Wanken geraten können

Automatisieren Sie Ihr Lieferantenmanagement mit einer intelligenten Software wie eFlow von Efficio. So haben Sie Ihre Lieferanten permanent im Visier, erkennen frühzeitig Risiken, optimieren Prozesse und steigern die Effizienz. Nur mit einer transparenten Supply Chain können Sie schnell auf veränderte Rahmenbedingungen und neue technologische Entwicklungen reagieren.

3. Stärken Sie Ihre Agilität

In stürmischen Zeiten müssen Sie nicht nur Ihre Lieferkette genau kennen, Sie müssen auch manövrierfähig sein. Werden Sie agil! Wenn notwendig, müssen zügig Lieferanten, Produkte und Prozesse angepasst werden können. Dazu braucht der CPO viele Talente: Er muss Innovationen erkennen und bewerten sowie schnell und zuverlässig neue Warengruppen und Lieferanten aufbauen. Erfolgreich ist, wer sich vernetzt und geschickt verhandelt. 

Gestalten Sie die Verträge flexibel im Hinblick auf: 

  • Kooperationsbereitschaft – Know-how, Preisgestaltung
  • Kapazitätsanpassungen – Mitarbeiter, Märkte, Produkte
  • Zeit – Aufschub und Verlegung von Lieferterminen
  • Vertragsdauer – Kündigungsbedingungen und Verlängerungsoptionen

4. Seien Sie vorbereitet 

Großbritannien vollzieht den harten Brexit, Trump führt die Importsteuer ein? Kein Problem, Plan-B liegt schon in der Schublade. Das ist der Idealfall, der nur selten erreicht wird. Nicht jede Krise lässt sich durch einen im Voraus bestimmten Alternativweg absichern. Auch die Lieferantenauswahl muss unter Kosten-Nutzen-Gesichtspunkten erfolgen. „Local Sourcing“ erlebt derzeit eine Renaissance. Was, wenn keine zweite Quelle um die Ecke sitzt oder nur zu exorbitanten Beschaffungskosten liefert?

Minimieren Sie Risiken durch Vernetzung

Wählen Sie ihre Partner auch danach aus, wie groß die Bereitschaft und Fähigkeit zur Vernetzung ist

Viele Lieferantenrisiken können durch frühzeitige Kommunikation aufgefangen werden, etwa indem eine schnelle Notlösung implementiert werden kann. Das erfordert Vertrauen und die Bereitschaft zu offener Kommunikation. Wählen Sie die Partner auch danach aus, wie groß die Bereitschaft und Fähigkeit zur Vernetzung ist. 

5. Treffen Sie Entscheidungen

Unternehmen können wirtschaftspolitische Veränderungen kaum beeinflussen. Konzentrieren Sie sich daher auf die Lieferanten und Kosten, die Sie steuern können. Das bedeutet auch, dass unbequeme Entscheidungen getroffen werden müssen, wie etwa langfristige Geschäftsbeziehungen zu beenden. Professionalisieren Sie das Abwickeln von Lieferanten ebenso wie die Partnerwahl. Um rechtliche und finanzielle Kosten gering zu halten, definieren Sie Standards für den Prozess.

Lieferantenmanagement

Benötigen Sie Unterstützung bei der Lieferantenauswahl? Die Einkaufsberater von Efficio optimieren mit Ihnen gemeinsam Ihre Lieferkette, helfen bei der Auswahl geeigneter Partner und minimieren das Supply-Chain-Risiko unter Berücksichtigung der Kosten.

Über den Autor

Tim von der Decken Vice President

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