Coronavirus: Vorbereitung ist alles

Dieser Blog wurde am 12. Februar 2020 basierend auf den zum damaligen Zeitpunkt vorliegenden Informationen veröffentlicht.

China ist das globale Exportzentrum mit einem signifikanten Anteil am Weltexport für Güter und Waren von mehr als 10 %. China hat außerdem eine der am schnellsten handelnden Regierungen der Welt. Binnen 10 Tagen wird ein neues Krankenhaus gebaut und das Netzwerk der Kommunistischen Partei setzt neue Richtlinien um ... unverzüglich!

Was passiert also, wenn ein Virus auftaucht und Xi Jinping warnt, dass es sich um eine „ernste Situation“ handelt? Absoluten Vorrang hat natürlich die Gesundheit der Bevölkerung. Die Geschwindigkeit, mit der Behandlungsmöglichkeiten geschaffen werden und eine weitere Ausbreitung verhindert wird, ist beeindruckend. Wir hoffen, dass das gut geht. Aber wie sieht es bei uns aus? Ist Ihre Lieferkette auf derartige Schocks vorbereitet? Welche Auswirkung hat Corona auf Ihre Supply Chain?

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die „Geschwindigkeit, Dimension und Effizienz“ der chinesischen Reaktion gelobt. Städte einer Größe von Paris oder London wurden abgeriegelt und das öffentliche Leben heruntergefahren, Diagnoseverfahren in Höchstgeschwindigkeit entwickelt und die Ferien zum chinesischen Neujahr – dem wichtigsten Feiertag des Jahres – verlängert. Das wäre in etwa so, als würden die Weihnachtstage bis zum 10. Januar gestreckt und zusätzlich eine 14-tägige Quarantäne verhängt. Wobei nicht ausgeschlossen ist, dass einige Städte diese Ausgangssperre verlängern werden. Hinzu kommt, dass viele Menschen in ganz China nach Hause zu ihren Familien gefahren sind. Dadurch verzeichnen sogar Unternehmen in „geöffneten“ Regionen  Engpässe in Bezug auf Arbeitskräfte und Bauteile.

Viele produzierende Unternehmen wurden daraufhin aktiv und haben bis ins zweite oder dritte Glied ihrer Lieferketten Lagerbestände abgefragt und eine Expositionsbewertung angefordert. Doch selbst bei ausreichenden Lagerbeständen erweist sich die Logistik als nächste Herausforderung. Die Luft-, Bahn- und Seefracht-Transportwege stehen angesichts der durch Corona veränderten Supply Chains zunehmend unter Druck. Außerdem können sich Warenströme unerwartet verlagern – es genügt möglicherweise nicht, dass Sie lokale Lieferanten verwenden. Pufferbestände für den erwarteten Produktionsrückgang während des chinesischen Neujahrsfestes gehen zur Neige. Hersteller oder Käufer von Investitionsgütern in ganz Europa beginnen zu erkennen, welche Auswirkungen das Coronavirus auf ihr Geschäft hat.

Weltkugel-Symbol mit Pfeilen

Risiken mindern

Die besten Ratschläge für den Einkauf unterscheiden sich in keiner Weise von jenen für Einzelpersonen: Lassen Sie gute Hygienepraxis walten. Für Individuen bedeutet dies, sich oft die Hände zu waschen, in die Armbeuge zu husten und freiwillig in häusliche Quarantäne zu gehen, wenn man sich in betroffenen Gebieten aufgehalten hat. Für den Einkauf gelten bekanntermaßen ähnliche Regeln: Lernen Sie Ihre Lieferanten gut kennen – sowohl hinsichtlich der Ausgaben als auch der geschäftskritischen Segmentierung – und gewährleisten Sie den Informationsfluss durch Performance Management oder Prognosen. Außerdem sollten Sie für den Fall einer längeren Unterbrechung über eine zweite Bezugsquelle verfügen. Dies umso mehr, wenn die doppelte Belieferung in einer anderen Region als Teil Ihrer Warengruppenstrategie geplant ist. Seien Sie vertrauenswürdig und gehen Sie pragmatisch mit der Situation um – mehrere unserer Berater haben beispielsweise eine Zeit lang von zu Hause aus gearbeitet. Seien Sie der Entwicklung immer einen Schritt voraus. Lesen Sie dazu Presseartikel und einkaufsbezogene Veröffentlichungen wie den Blog von Beroe.

Solange sich das Coronavirus weiterhin exponentiell entwickelt, sollten Sie Pläne für die nahe Zukunft schmieden – ähnlich wie während der 8 Monate anhaltenden SARS-Epidemie – und möglicherweise auftretende Probleme identifizieren. Die Lieferkette der Elektronikindustrie ist inzwischen in der Lage, die Versorgungssicherheit aufrechtzuerhalten, insbesondere wenn Mengen, Sicherheitsbestände oder andere vertragliche Bestimmungen vereinbart wurden. Aber wie sieht es aus, wenn die Beschränkungen 8-16 Wochen anhalten? Sie haben möglicherweise ein mobiles globales Team oder geplant, Veranstaltungen in China abzuhalten – sowohl die Formel 1 als auch die Olympischen Spiele stehen angeblich vor einer Absage. Wie könnte sich das auf Ihren Vertrieb, Ihren technischen Support oder Ihr Projekt zur Lieferantenqualifizierung auswirken? Unter Umständen ist es an der Zeit, eine schnelle Backup-Beschaffungslösung für wesentliche Warengruppen zu finden, wie es andere Marktakteure vielleicht bereits tun.

Wir haben gesehen, wie schnell die Regierung des bevölkerungsreichsten Landes der Welt reagiert hat. Verfügen Sie über das Wissen, die Erfahrung und die Technologie, um dasselbe zu tun?

Erfahren Sie, wie Efficio Ihr Unternehmen während und nach der Coronavirus-Krise unterstützen kann.

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